Resonanzboden restaurieren

Risse im Resonanzboden

gerissener Resonanzboden Piano

Gerissen | Typische Risse in einem Piano-Resonanzboden im Bassbereich - links im Bild ein neu konstruierter Basssteg

Die Risse im Resonanzboden sind ein häufig erwähntes Problem bei älteren Instrumenten. Diese Risse entstehen durch Trockenheit und auch durch das allgemeine Altern von Holz und Leimfugen. Zwar können solche Risse für den Klang völlig unproblematisch sein, dennoch sind sie als eklatanter Mangel anzusehen - auch aufgrund ihrer Wertung im Fachgebiet als markanter Defekt.

Der Resonanzboden:
Ein Kunstwerk

Im Klavierbau gilt der Resonanzboden als außerordentlich wichtiger und sensibler Part des Instrumentes. Ein klares Regelwerk über die Machart und Fertigung der Böden kann indessen nicht gegeben werden. Seit den ersten Pianos und Flügeln ist der Resonanzboden ein Experimentierfeld und ist es bis heute geblieben. Jeder Hersteller fertigt Böden mit anderen Eigenarten. Im alten Klavierbau, vor ca. 100 Jahren, wahren die Unterschiede freilich noch größer. Hieraus gewinnen diese Instrumente auch ihren Charakter. Der Ton, den wir hören, entsteht direkt aus dem Resonanzboden. So ist leicht erklärlich, dass hier der Klang des Instrumentes detailliert geformt werden kann.

Die Anforderungen an die Fertigung und die endgültigen Eigenschaften des Bodens sind freilich sehr hoch, trotz aller Verschiedenartigkeit unter den einzelnen Herstellern. Der Boden wird aus speziellem Holz einer besonderen Fichtenart aus bestimmten Wuchsgebieten in genau festgelegter Weise aus einzelnen Spänen zusammen geleimt und mit Rippen verstärkt. Die Faserrichtung, der Winkel der Jahresringe, deren Dichte oder die Formung und Zahl der Resonanzbodenrippen zählen zu den Eigenschaften, die am Ende Einfluss auf den Ton üben.

Risse ausspänen

Grafik Ausspänen des Resonanzbodens

Verfahrensweise | Ausspänen des Resonanzbodens mit Fichtenspänen

Um Risse im Resonanzboden zu schließen, werden Fichtenholzspäne passgenau eingeleimt. Hierfür müssen die bestehenden Risse in ihrer Form dem Span angepasst werden und Bereiche, in denen sich in den nächsten Jahren ein Riss bilden könnte, ebenso geöffnet und ausgespänt werden. Die Späne müssen aus Resonanzbodengeeignetem Fichtenholz bestehen und millimetergenau angepasst werden. All das ist Präzisionsarbeit, die Erfahrung und besondere Genauigkeit erfordert. Jeder Fehler in diesen Arbeiten könnte sich am Ende im Ton zeigen.

Ein gekonnt ausgespänter Boden gibt, sofern er keine sonstigen Mängel aufweist, einen ebenso guten und frischen Ton wie es ein neuer Boden vermochte. Häufig haben die bereits "eingeschwungenen" alten Böden nach traditioneller Konstruktion sogar deutliche Vorzüge.

Anfertigung neuer Resonanzböden

restaurierter Resonanzboden Die ausgespänten Rissen sind als helle Linien erkennbar

Restaurierter Resonanzboden | Die ausgespänten Rissen sind als helle Linien erkennbar

Ist ein Resonanzboden zu stark beschädigt, sei es durch Risse, einen Wasserschaden oder durch Verlust seiner Wölbung, so wird die Anfertigung eines neuen Bodens erforderlich. Wir fertigen hier die Böden selbst an und können sie optimal auf das Instrument anpassen, so dass im Zusammenspiel mit der Mensur und den übrigen Faktoren ein möglichst guter, ausgewogener und strahlender Ton entsteht. Die Klangfrische eines Instrumentes mit neuem Resonanzboden, neuen Saiten und neuen Hammerköpfen ist bisweilen unübertroffen.

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