Die Geschichte des Pianos

Titelbild zur Geschichte des Pianos

Evolution des Instrumentes

Klavier und Flügel, so wie wir sie heute kennen, sind keine Erfindungen eines einzelnen Klavierbauers, der diese Instrumente zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Welt der Musik brachte. Die Instrumente mögen heute gleichartig und nach klarem Regelwerk gebaut anmuten, sie mögen einheitlich konstruiert und kompakt durchgearbeitet sein; gleichwohl sind sie das stets sich verändernde Endprodukt einer langen Entwicklung, deren Beginn meist im 12. Jahrhundert gesehen wird, als die ersten besaiteten Tasteninstrumente, die Clavicorde entstanden. Zwischen diesen ersten "Clavierartigen" und den heutigen Instrumenten liegen Welten, Gemeinsamkeiten in Ton und Konstruktion sind nur prinzipiell erkennbar. Auf dem Weg zu unseren modernen, robusten und klangstarken Klavieren und Flügeln bedurfte es der unermüdlichen Arbeit tausender Klavierbauer über viele Jahrhunderte, die die Instrumente ihrer Zeit stets ein klein wenig verbesserten und weiterentwickelten. Man kann sich diese Entwicklung ähnlich der biologischen Evolution vorstellen, die zahllose Variationen ausprobiert und schließlich die sinnvollsten Änderungen beibehält.

Der Stammbaum

Verfolgen wir die Entwicklung anhand der erhaltenen Instrumente, der Darstellungen und der Berichte zurück, mit Blick auf die Konstruktion, Tonerzeugung und Spieltechnik, so lässt sich für die besaiteten Tasteninstrumente allgemein der folgende Stammbaum aufstellen nach Zugehörigkeit zu bestimmten Instrumentenfamilien:

Lageplan piano Muehl felsenkeller

Vereinfachter Stammbaum der besaiteten Tasteninstrumente
den vollständigen Stammbaum finden Sie hier

Das Hammerklavier

Wir möchten uns hier auf die Entwicklung der Hammerklaviere konzentrieren, die Instrumentenfamilie, zu welcher alle heutigen Pianos und Flügel gehören. Während Clavichord und die Kielinstrumente andere Mechanismen zur Tonerzeugung nutzen (Anreissen durch Kiele beim Cembalo bzw. Tangenten beim Clavichord), findet sich in allen Hammerklavieren der heute gebräuchliche und hervorragend bewährte Mechanismus eines Hammers, belegt mit Leder, Filz oder blankes Holz, der an die Saite geschleudert wird. Diese Technik stellte eine Abweichung von der Mechanik von Kielflügel und Clavichord dar, die dem Hammerklavier historisch direkt vorausgingen, und lehnt sich an die Technik des Hackbrettes an, ein kleines Instrument nach Art einer Zither, dessen Saiten direkt mit Schlägeln, ähnlich einem Schlagzeug, angeschlagen werden. Eine neue Art der Tonerzeugung kam ins Spiel.

Die Hammermechanik

Beim Cembalo werden die Saiten über Kiele angerissen, dessen Auslenkung von der Saitenachse die Amplitude der Schwinung (und damit die Lautstärke des Tones) bestimmt - diese Auslenkung wird vom Instrumentenbauer festgelegt und kann vom Spieler nicht beeinflusst werden, damit ist im Prinzip kein laut-leise-Spiel möglich. Das Clavichord dagegen arbeitet mit Tangenten, die fest mit der Taste verbunden sind und gegen die Saiten prallen, diese dabei in Schwingung versetzen, mit einer Lautstärke, die von der Anprallgeschwindigkeit und damit von der Tastendruckgeschwindigkeit abhängt. Hier ist eine dynamische Bandbreite gegeben, jedoch ist der Ton aufgrund der Anregung im Schwingungsknoten und der kurzen Saitenlänge generell nur sehr schwach. Die Hammermechanik dagegen führt nun ein ganz neues Prinzip ein: Ein frei beweglicher Hammer, der nicht fest mit der Taste verbunden ist (außer in der späteren Prellmechanik, in der er beweglich AUF der Taste gelagert ist, siehe unten), wird über eine Hebelkonstruktion von der Taste in Bewegung versetzt. Die Bewegungsgeschwindigkeit, mit der der Hammer schließlich auf die Saite prallt, hängt auch hier von der Tastendruckgeschwindigkeit ab. So kann die Lautstärke variiert werden, jedoch mit wesentlichen Vorteilen gegenüber dem Clavichord: Die Saite wird nicht im Knotenpunkt erregt sondern kann an der für den Klang günstigsten Stelle in Schwinung versetzt werden. Weiterhin ist die Saite bereits in ihrer Länge und Tonhöhe begrenzt und festgelegt, während beim Clavichord die Tangente als Steg fungieren muss und durch ihre geringe Belastbarkeit der Mensur Grenzen setzt. Damit werden durch die Hammermechanik wesentlich größere Saitenlängen und Zugspannungen möglich, die einen lauteren und anderes strukturierten Ton ermöglichen. Der Hammer als frei gelagerter Mittler zwischen Taste und Saiten ist der Kern der neuen Mechanik. Gegenüber dem Cembalo, das fast gar keine Dynamik, also Änderungen der gespielten Lautstärke erlaubt, birgt diese Mechanik den Vorteil großer dynamischer Bandbreite, vom pianissimo bis fortissimo und darüber hinaus.

Bartolomeo Cristofori

Das älteste heute noch existierende Instrument mit einer Hammermechanik ist ein Flügel des italienischen Instrumentenbauers Bartolomeo Cristofori (1655 - 1732), der auf das Jahr 1720 datiert. Bereits 20 Jahre zuvor dürfte Cristofori erste Instrumente mit Hammermechanik gebaut haben, die jedoch nicht erhalten sind und nur in Berichten aus dieser Zeit erwähnt werden. Neben Cristofori arbeiteten auch Gottfried Silbermann (1683 - 1753) in Freiberg und Christian Gottlieb Schröter (1699 - 1784) in Nordhausen an Hammermechaniken, die aber erst auf die Jahre ca. 1716 - 1726 datiert werden und damit Cristofori als den Erfinder gelten lassen. In der Tat arbeitete Silbermann die italienische Erfindung später weiter aus. Bemerkenswert an Cristoforis ersten Hammermechaniken ist die sinnreiche, meisterhafte Konstruktion, die bereits das bis heute angewendete Grundprinzip vorwegnimmt. Er gilt somit in seinem Genius, auch als überragender Cembalobauer, als der Stradivari des Klavierbaues.

Schema der Cristofori-Mechanik

Vereinfachtes Schema der Cristofori-Mechanik

Der Klang um 1720

Hammerflügel von Cristofori

Ein Hammerflügel von Cristofori aus dem Jahre 1722 - eines der ersten eigentlichen "Klaviere"
Bildquelle: Wikipedia

Neun Instrumente von Cristofori sind bis heute erhalten, drei davon Hammerflügel, zwei von diesen in nicht mehr spielbarem Zustande, eines noch bespielbar - wenn auch über die Jahre teilweise umgebaut. Daneben wurden und werden viele historische Instrumente nachgebaut, nach den alten Konstruktionen kopiert, so dass wir heute eine recht gute Vorstellung davon haben, wie die ersten Hammerklaviere geklungen haben könnten. Der Ton der Instrumente Cristoforis steht dem Cembalo, auch bei deutlicher Verschiedenheit, noch sehr nahe, bedingt auch durch die Mensur und das Material der Saiten, die den damaligen Cembali entsprachen. Überhaupt kann man sich diese ersten Hammerflügel als Cembali mit einer anderen Mechanik vorstellen. Die Hammerköpfe, seinerzeit bestehend aus leimdurchtränktem Papier mit einem Überzug aus Leder, bringen einen deutlich anderen Ton hervor als die heutigen mit einer Filzbespannung.

Klangbeispiel und Mechanik bei Youtube
http://www.youtube.com/watch?v=LwFdlW8uRzs
(externer Link, kein Material von Klavier-Mühl)

Klangbeispiel eines rekonstruierten Cristofori-Hammerflügels bei Youtube
http://www.youtube.com/watch?v=3mwR9gyZ3zg
(externer Link, kein Material von Klavier-Mühl)

Der Ton und seine Zeit

Im allgemeinen siedelt man den Ton der Hammerflügel zwischen dem modernen Klavier bzw. Flügel und den Kielinstrumenten an. Der helle, anspruchsvolle, vornehm spröde Ton der Cembali, der zu dieser Zeit einerseits dem Geschmack entsprach, dem andererseits in der gespielten und komponierten Musik Rechnung getragen wurde, blieb in den ersten Hammerflügeln aus oben erwähnten konstruktionellen Gründen erhalten. Diesen Ton als dem heutigen unterlegen zu werten, würde der Leistung der meisterhaften Cembalobauer dieser Zeit ebensowenig gerecht wie dem Erfindergeist der ersten Hammerflügelbauer oder der innigen Beziehung der damaligen Musiker und Komponisten zu ihren Instrumenten. Bei aller Überlegenheit in Klangvolumen und schierer Lautstärke des heutigen Konzertflügels bieten Cembalo und Hammerflügel, Clavichord und Spinett zweifelsohne Klangwelten und musikalische Ausdrucksmöglichkeiten, die unserem Konzertflügel versagt bleiben müssen.

Umgang mit Cristoforis Mechanik

Cristoforis Stoßzungenmechanik war bereits erstaunlich ausgereift und damit auch, für damalige Verhältnisse, relativ komplex. Die weitere Ausarbeitung durch andere Klavierbauer nach Cristofori führte zu zahlreichen vereinfachten Versionen, die das Prinzip des frei geschleuderten Hammers auf simplerem Wege zu erreichen suchten. Allein Silbermann, der heute vorwiegend als Orgelbauer berühmt ist, verfolgte Cristoforis Konstruktion in ihren Details weiter.

Spaltung in zwei Kerntypen der Mechanik

In der Folgezeit, nach Cristofori, spaltete sich die Entwicklung der Mechanik in zwei Wege auf, die Stoßmechanik und die Prellmechanik., wobei letztere deutlich einfacher aufgebaut ist, aber auch klare Nachteile besitzt und daher seit dem Beginnenden 20. Jahrhundert nicht mehr verwendet wird. Bis dahin jedoch entwickelten sich beide Mechanikprinzipien parallel. Allgemein ist anzumerken, dass heute zwar fast alle Klavier- und Flügelmechaniken in ihren Maßen, Prinzipien und Formen sehr ähnlich sind, durch Normierungen vereinheitlicht sind und große Mechanikhersteller wie Louis Renner ihre Mechaniken an verschiedenste Klavierhersteller liefern. Bis weit ins 19. Jahrhundert jedoch baute jeder Klavierbauer seine eigenen Mechaniken, mit eigenen Maßen, eigenen Prinzipien und eigenen Materialien. Keine Mechanik war wie die andere.

Das "Klavier"

In den ersten Hammerflügeln, die erwähntermaßen im Prinzip Cembali mit einer Hammermechanik sind, finden wir den Urahn unserer heutigen Flügel, insbesondere des Konzertflügels. Klaviere hingegen, auch Pianino genannt, wie wir sie heute kennen, definiert als Instrumente in rechteckiger, aufrechter Form mit senkrechtem Saitenbezug, gab es im beginnenden 18. Jahrhundert noch nicht. Während also unser Konzertflügel direkt aus dem Hammerflügel durch stetige Weiterentwicklung hervorgeht, nimmt die Schaffung des Klavieres an sich noch einige Umwege.

Das Tafelklavier

Der große Flügel in seiner typischen Form, gleich ob Kiel- oder Hammerflügel, stellte Anforderungen an Raum und an finanzielle Mittel, die im 18. Jahrhundert nur den wenigsten Menschen gegeben waren - er war ein Ausnahmeinstrument, das nur bestimmten Gesellschaftsklassen vorbehalten war. Das Clavichord hingegen, als kleines, weniger aufwändiges Instrument, war wesentlich verbreiteter. Also lag es nahe, die neue, sich gut bewährende Hammermechanik auch in die kleineren, rechteckigen Clavichorde einzubauen. Hieraus entstanden die ersten Tafelklaviere, wesentlich kleiner als die Flügel und mithin auch mobiler. (Ironischerweise entwickelten sich auch die Tafeklaviere später zu großen Instrumenten, die an Aufwand und Größe viele Flügel früherer Zeiten übertrafen)

Kielfluegel und Clavichord

Kielflügel (links) und Clavichord (rechts): Unterschied in Größe und Verlauf der Saiten
Beim Clavichord verlaufen die Saiten quer zu den Tasten, beim Kielflügel parallel
Die ersten Tafelklaviere entsprachen weitgehend der Clavichord-Form

Was das Klavier für das 20. Jahrhundert werden sollte, das war das Tafelklavier für das 19. Jahrhundert: Ein unheimlich beliebtes, weit verbreitetes Instrument. Neben der stetigen Weiterentwicklung des Hammerflügels, die ab ca. 1750 eingeleitet war, entstand mit dem Tafelklavier gleichsam ein völlig neues Instrument: Die späten Tafelklaviere, die bis fast 1900 gebaut werden sollten, hatten mit dem fragilen Clavichord, das ihnen zugrunde lag, nur noch wenig gemeinsam. In ihren Maßen und der Robustheit der Konstruktion wurden sie zu massiven Großinstrumenten. Durch ihre Beliebtheit und die damit verbundenen großen hergestellten Stückzahlen konnte sich auch hier wieder über viele Dekaden der Erfindergeist der Klavierbauer austoben.

Zwischenstopp:
der Stand um 1800

Am Tafelklavier sollten auch die nächsten große Entwicklungsschritte getan werden, die der Klavierbau im 19. Jahrhundert machen würde. Wir befinden uns hier in der Zeit um ca. 1800, als Hammerflügel und Tafelklaviere weit verbreitet waren und sich seit der Erfindung der Hammermechanik 100 Jahre zuvor deutlich vergrößert hatten, sowohl in Klang wie auch in Konstruktion und dem Klaviaturumfang. Während zu Cristoforis Zeiten noch ein Umfang von vier Oktaven die Regel war, findet sich in den 1820er Jahren erstmals der moderne (heute um drei Töne bis zum c''''' erweiterte) Tonumfang.

Neue technische Anforderungen

Je größer der Tonumfang eines Instrumentes ist, umso mehr Saiten müssen darin gespannt vorliegen und umso mehr Zugkraft wirkt demnach auf die Statik und den Korpus, der die gesamte Saitenzugkraft aufnehmen muss. Daneben erlaubte die Hammermechanik auch stärkere Saiten für höhere Lautstärken, wie sie in Kielinstrumenten nicht brauchbar wären, jedoch bei Tonanregung durch den Prall eines Hammers einen guten Ton ergeben. All diese Weiterentwicklungen forderten dem rein aus Holz gebauten Korpus der Instrumente eine immer stärkere, massivere Konstruktion ab, damit sich unter der enormen Saitenzugkraft nicht das gesamte Instrument verbiegen und verziehen würde. Natürlich musste jedoch auch diese Entwicklung ihre Grenzen finden. In einem Hammerflügel stärkere Holzbalken verbauen zu müssen als in dem Haus, in dem er steht, schien widersinnig. Die natürliche Festigkeit und die Beanspruchbarkeit des Baustoffes Holz gaben den rein holzkonstruierten Instrumenten eine klare Grenze vor, über welche Hinaus sich eine klangliche Weiterentwicklung nicht in sinnvollem Maße betreiben ließ.

Die Einführung von gusseisernen Elementen

Vor diesen Problemen stehend, lag es nur nahe, die wesentlich festeren metallischen Werkstoffe dort einzusetzen, wo man mit Holz nicht mehr auskam. Man begann damit, Stifte, an denen Saiten aufgespannt wurden, nicht mehr nur in massives Holz einzusetzen, sondern dieses Trägerholz mit einer Metallplatte zu "panzern". Diese eiserne Anhängeplatte war jedoch nur der erste Schritt, später folgten mehr und mehr gusseiserne Spreizen, die man zwischen Saitenanhang und Stimmstock setzte und die auf diese Weise die gewaltige Zugkraft in großen Teilen aufnahmen und die hölzerne Rast entlasteten.

Tafelklavier Rosenkranz

Ein großes Tafelklavier (Ernst Rosenkranz, ca 1870) während der Restaurierung
Erkennbar ist der Saitenverlauf quer zu den Tasten, die eiserne Anhängeplatte rechts im Instrument und eine kleine gusseiserne Spreize

Das Neue
und das gute Alte

Die Einführung metallener Großbauteile blieb nicht unwidersprochen. Es galten die Tasteninstrumente (und nicht nur diese) als lebendige, atmende Kunstwerke. Die Vermischung dieser grazilen Holzkunst mit der brachialen Robustheit des Gusseisens, das in lautesten Schmiedewerkstätten mit Hämmern bearbeitet wurde, die leicht ein Klavier dieser Zeit hätten zertrümmern können, musste vielen Klavierbauern dieser Zeit grotesk erscheinen. Gleichwohl, all die Vorteile, die der neue Werkstoff in den Klavierbau brachte, leisteten gute Überzeugungsarbeit. Der Ton konnte wiederum lauter, voller und tragfähiger werden, die Instrumente wurden konzertanter.

Gedanken zur Entwicklung des Tones

Wenn auch damit die Entwicklung zum heutigen Klavier weitergegangen wurde, sollte vielleicht insbesondere aus heutiger Sicht nicht verschwiegen werden, dass die Einführung von Gussstahl, die gesamte Vergrößerung der Instrumente, nicht nur als bedingungsloser Fortschritt zu betrachen sein muss. Das Klavier gewann an Lautstärke, an Tonformung und an Kraft. Aber mit der Ausreizung aller Grenzen in seiner Konstruktion, die insbesondere reine Holzbauweise vorgab, musste sich zwangsläufig die Natürlichkeit des Tones, die Intimität und die Direktheit des Klanges unterordnen. So perfekt ausgeformt unser heutiger Klavierton ist, bleibt er jedoch ein in hohem Maße ausgestaltetes Kunstprodukt. Dem gegenüber steht der unvollendete, sich jedoch rein natürlich gebende Ton alter Clavichorde und Cembali, reiner Holzinstrumente, der den Hörer in seiner Echtheit und Imperfektion auf ganz andere Art berührt. Wir wollen der Versuchung widerstehen, beide völlig verschiedenen Klang- und Ton-Charaktere gegeneinander zu werten und gestehen ihnen in ihrer Verwandtheit und Verschiedenartigkeit eigene Klangwelten zu, die nicht in Konkurrenz mit einander stehen sollen.

Die Gussplatte

Zurück zur konstruktiven Entwicklung: Mit dem Einbau immer mehr gusseiserner Verstärkungselemente ergab sich der Schritt, alle diese Elemente in einem einzigen Teil zusammenzufassen. Man entwickelte um 1825 herum einen gusseisernen Rahmen, der im Gegensatz zu den früheren Einzelspreizen fast so groß wie der Innenraum des Instrumentes wurde. Diese Erfindung wird heute meist Steinway zugeschrieben, obwohl nicht mehr klar nachvollziehbar ist, welcher Hersteller nun wirklich der Erste war. In jedem Falle kommt diese Entwicklung aus den USA, wo sich der Klavierbau im 19. Jahrhundert sehr gut entwickeln sollte. So wanderte die innovative Kraft in der Tasteninstrumentenkonstruktion von Italien über Deutschland, Österreicht und Frankreich nach England und nun die USA. Damit sind Klavier und Flügel wohl die einzigen Instrumente, deren heutige Erscheinung eine derartige Gemeinschaftsarbeit zahlloser Instrumentenbauer aus verschiedenen Zeiten und vor allem verschiedenen Nationen ist.

Die Geschichte des Pianos wird demnächst noch fortgesetzt ...

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