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Kulturerbe zwei Antike Klaviere - historischer Wert, aber auch hervorragende Instrumente

Kulturerbe | Zwei antike Klaviere - historischer Wert, aber auch hervorragende Instrumente

Einbau eines neuen Stimmstockes

Einbau eines neuen Stimmstockes | Vollständige Wiederherstellung der Stimmbarkeit

Neue Stimmwirbel

Fabrikneuer Hochglanz | Ein Satz neuer Stimmwirbel

Kulturerbe zwei Antike Klaviere - historischer Wert, aber auch hervorragende Instrumente

Restaurierter Resonanzboden | Alle Risse wurden geschlossen

Kulturerbe zwei Antike Klaviere - historischer Wert, aber auch hervorragende Instrumente

Erneuerungsbedürftig | Hammerköpfe in diesem Zustand sollten durch Neue ersetzt werden

Ist ein neues Klavier immer besser als ein altes?

Eher nicht. Die alten Klaviere sind meist sehr hochwertig gefertigt. Diese Qualität bekommt man bei neuen Instrumenten nur, wenn man sehr tief in die Tasche greift.

Nach einer Reparatur oder Restaurierung kann ein altes Instrument einem neuen technisch ebenbürtig oder überlegen sein. Der Gedanke, dass alt immer alt bleibt, ist hier nicht anwendbar.

Kann man jedes alte Instrument reparieren?

Fast jedes. Nahezu hoffnungslose Fälle sind Klaviere mit Hochwasserschaden oder Instrumente mit Gussplattenriss. Lässt man diese beiden, seltenen Schäden außen vor, lässt sich fast jedes Instrument in einer Generalüberholung wieder zu gutem bis sehr gutem Klang restaurieren. Wenn man jedoch privat ein altes Klavier gebraucht kauft, sollte das angebotete Instrument immer von einem auf Restaurierungen spezialisierten Klavierbauer begutachtet werden.

Ist ein gerissener bzw. kaputter Stimmstock nicht ein Totalschaden?

Nein. Stimmstöcke zu ersetzen ist für uns Routinearbeit, sowohl bei Klavieren wie auch bei Flügeln. Nach der Reparatur erreicht das Instrument die gleiche Stimmbarkeit wie ein Neuinstrument, da wir hochwertige Schichtverleimte Stimmstöcke einbauen, wie sie heute Standard sind.

Wie problematisch ist ein gerissener Resonanzboden?

Der gerissene Resonanzboden ist einer der wenigen Schäden, die auch der Laie an einem Instrument sehen kann. Daher wird er wohl so oft erwähnt.

Praktisch ist es so, dass ein großer Riss im Resonanzboden völlig ohne Klangeinbuße bleiben kann. In anderen Fällen kann ein kleiner Riss scheußliche Störgeräusche machen. Es hängt also vom jeweiligen Fall ab, auch die Zahl der Risse ist wichtig. Ein keiner Riss ist oft kein Problem, andere Resonanzböden sehen aus "wie ein Schweizer Käse", in solchen Fällen ist gelegentlich sogar die Fertigung eines neuen Resonanzbodens notwendig.

Wir reparieren die Resonanzböden grundsätzlich, alle Risse werden ausgespänt und damit geschlossen. Bei Reparaturen ist das Standard.

Was bedeutet "Erneuerung der Filze"?

Damit sind meist die Hammerköpfe gemeint, die aufgrund ihrer Filzbespannung oft von Laien kurzerhand "Filze" genannt werden.

Die Hammerköpfe formen zum großen Teil den Klang. Ist der Ton fahl, matt, dumpf, zu weich, zu schrill oder anderweitig unschön geworden, ist der Einbau neuer Hammerköpfe sinnvoll. Für ein optimales Resultat sollten aber zusätzlich alle anderen Teile der akustischen Anlage wie Stege, Resonanzboden und Saiten restauriert bzw. erneuert werden.

Mein Klavier soll professionell intoniert sein, klingt aber nicht so richtig perfekt. Warum?

Die → Intonation ist ein Gebiet, auf dem große Qualitätsunterschiede bestehen. Billige Instrumente sind von Werksseiten meist kaum oder sehr schlecht intoniert. Die Nach- oder Neuintonation von Instrumenten ist nicht in allen Fällen möglich, sie ist teilweise eher ein Verkaufstrick als eine wirklich sinnvolle Arbeit. Eine perfekte Intonation muss immer vom neuen Hammerkopf ausgehen.

Der andere Teil sind die Fähigkeiten des Intoneurs. Hier kommen wir an einer Kritik nicht vorbei. Manche Klavierbauer sind mit der Intoniernadel sehr schnell und ruinieren damit den kompletten Hammersatz des Instrumentes. Das Intonieren ist eine Kunstfertigkeit, die wirklich nur den absoluten Profis mit ständiger Praxis auf diesem Gebiet vorbehalten bleiben sollte.

Warum verstimmt sich ein Klavier?

Die Stimmhöhe der einzelnen Saiten und Chöre ist von der Spannung der Saite abhängig - je höher die Zugkraft, umso höher der Ton. Die Spannung selbst wird von verschiedenen Teilen des Klaviers gehalten. Beginnend beim Anhangstift an der Gussplatte liegt die Saite auf dem Steg und damit auf dem Resonanzboden auf und führt über eine Auflage an anderen Ende zum Stimmwirbel. Sofern die Stimmwirbel nicht lose sitzen, der Wirbelgang also fest ist, ist der Steg der Teil, der in erster Linie dafür verantwortlich ist, dass sich das Instrument verstimmt. Durch Schwankungen der Luftfeuchte nimmt der Resonanzboden unterschiedliche viel Feuchtigkeit auf und verändert dadurch seine Größe und seine Spannung. Damit hebt oder senkt sich der Steg, auf dem die Saite aufliegt, und die Spannung verändert sich. Diese Veränderungen sind zwar minimal in ihren Ausmassen, genügen jedoch, um die einzelnen Töne unsauber werden zu lassen. Die Schwankungen der Luftfeuchte folgen einem Jahresgang: Im Winter ist die Luft in Wohnungen sehr trocken, wird feuchter über den Sommer, gegen Herbst wird ein Maximum erreicht, das bis zum Winter wieder absinkt. Das führt zu ständigen Veränderungen des Steges, was in einem kontinuierlichem Verstimmen resultiert. Normalerweise genügen 2 Stimmungen pro Jahr, um diese Veränderungen auszugleichen. Je häufiger ein Klavier gestimmt wird, umso besser bleibt die Stimmung erhalten.

Warum ist die handwerkliche Arbeit so wichtig?

Ein Klavier kann perfekt von einer Maschine zusammengesetzt sein und makellos klingen. Und dennoch kann etwas fehlen, das, was wir "Seele" nennen, die in jedem Ton mitschwingt und mitsingt. Wenn wir das Klavier von Anfang bis Ende "persönlich und individuell" betreuen und mit der blanken Hand feilen, schrauben und regulieren, bleibt diese Seele erhalten. Grund genug für uns, dabei zu bleiben. Und glauben Sie uns - man kann den Unterschied hören.

Wieviel hat die Marke zu bedeuten?

Einerseits gilt: eine gute Marke garantiert meistens auch ein gutes Instrument. Ein Blüthner-Flügel von 1920 oder ein brandneuer Fazioli lassen keine Zweifel an der Qualität. Doch ist eine große, bekannte Marke kein notwendiges Kriterium. Gerde um die Jahrhundertwende, bis zur Zeit der Wirtschaftskrise, existierten in Deutschland tausende kleinerer Klaviermanufakturen, die teilweise überragende Qualität fertigten. Hier findet man Klaviere und Flügel, die absolut unbekannte Namen tragen, und doch hervorragende Instrumente darstellen. Ein kleiner Betrieb in einer Seitenstraße kann auf dem gleichen Niveau gefertigt haben wie die größten und besten Hersteller, die man kennt.

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